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| 18:31 Uhr

Neuer Gedichtband
Poesie des einfachen Seins

Ida Kretzschmar
Ida Kretzschmar FOTO: LR / Sebastian Schubert
Was bleibt zurück von mir im andern? sinniert der Lyriker Klaus Trende in seinem taufrischen Gedichtband. „Sommers Ende“ ist diese Sonderausgabe in der Edition WortGut überschrieben, die der Lyriker, der nahe bei Cottbus lebt, vor seinem 70. Geburtstag seinen Lesern zum Geschenk macht. Sommers Ende, das ist die Zeit der Reife, aber auch des leisen Abschieds, wie ihn Hermann Hesse in seinem berühmten Endsommergedicht beschrieb. Trende aber treiben die Gedanken mit großer Verdichtungskunst, wie sie ihm schon Eva Strittmatter bescheinigte, zurück. Noch einmal feiert er die verheißungsvollen, großartigsten Momente, Tage, Stunden, Jahre seines Lebens, schmerzlich wissend um die Zerbrechlichkeit menschlicher Existenz und ihre Begrenztheit. Poesie, gedankenreich und reif, die im einfachen Sein ihre stärkste Ausdruckskraft findet. Sie entdeckt die Schönheit in der Natur, in den Menschen, im duftenden Brot... Von Ida Kretzschmar

Ein Versuch, in der unerhörten Flut der digitalen Welt Ruhe und Schlichtheit wiederzufinden, ein Korrektiv zu setzen gegen kalte und respektlose Kommunikation. Ein Stück Biografie auch, für sich selbst, für die Kinder und Kindeskinder. Für Menschen, die verblüffend Ähnliches empfinden und beschäftigt. Im Einzelnen verdichtet sich Welt. Und so wird diese Poesie zum Lebens- und Überlebensstoff, in dem der Dichter noch einmal den Bewegungen der Epoche nachspürt, gebrochen durch das selbst Erfahrene: die Ungebundenheit des Heranwachsenden in Westberlin, das Schweben zwischen den Welten, die Zeit in der DDR und die Jahre nach der Wende. Erstmals hat Trende Anmerkungen hinzugefügt, die Hintergrund und zusätzliche Anregung bieten.

Die Gedichte aber verströmen in der Erntezeit des Lebens nicht nur Melancholie, sondern auch immer wieder die unbändige Sehnsucht nach dem Leben, dieses Wissen um Liebe und Leiden. „Die Zeit der Apfelblüte im Mai ist sommers schon gebrochen. Und die Früchte dauern den Winter nicht“, heißt es in einem der Gedichte. Und doch schreibt er am Ende: „In meiner letzten Stunde werde ich mich erinnern an die blühenden Apfelbäume...“

Diese Sonderausgabe ist ein schöner Ort für diese Gedichte, die darin im Typoskript als auch als Handschrift ganz besonders aufbewahrt sind. Der Cottbuser Grafikdesigner Rudolf Sittner hat, wie auch bei anderen Lyrikbänden Trendes, zu jedem Gedicht ein stimmungsvolles Bild geschaffen, das mit den ungestümen Wortbildern in einen eigenen Dialog tritt. Eine kostbare Edition in der Buchkunst, die vergängliche Welt haltbar zu machen vermag.

Die Buchpremiere findet am 7.  Juni um 18.30 Uhr im Schloss  Branitz statt und wird vom Verein Fürst Pückler in Branitz präsentiert. Marie-Joana begleitet das Programm musikalisch. Reservierungen erbeten; Telefon: 0355-75150.

E-Mail: edition.wortgut@web.de

Klaus Trende: Sommers Ende. Gedichte, Edition WortGut, limitierte Sonderausgabe mit Handschriften, reich illustriert, 96 Seiten, 20 Euro
Klaus Trende: Sommers Ende. Gedichte, Edition WortGut, limitierte Sonderausgabe mit Handschriften, reich illustriert, 96 Seiten, 20 Euro FOTO: Klaus Trende