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| 17:43 Uhr

Kinderrechte in die Verfassung - gute Idee?
Kein Fall fürs Grundgesetz

 Michael Gabel
Michael Gabel FOTO: MOZ
Die Grünen sind im Höhenflug. Dass sie jetzt vorschlagen, Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen, könnte ihnen weitere Sympathiepunkte einbringen. Denn es stimmt ja: Kinder sind in unserer Gesellschaft in besonderer Weise gefährdet.

Das zeigen schon die zahlreichen Missbrauchsfälle.

Doch auch wenn der Staat den Auftrag hat, sich besonders der Schwächsten anzunehmen – die Notwendigkeit, Kinderrechten einen Verfassungsrang zu geben, ergibt sich daraus nicht.

Denn wo bitte ist im Grundgesetz die Schutzlücke für Kinder und Jugendliche? Schon im ersten Satz in Artikel eins des Grundgesetzes heißt es klar und deutlich: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – gemeint sind selbstverständlich nicht nur Erwachsene, sondern auch alle, die unter 18 sind.

Anderes, das die Grünen fordern – mehr Beteiligungsrechte, stärkere Betonung des Kindeswohls – mag sinnvoll sein, sollte aber auch in Zukunft Sache des Gesetzgebers bleiben. Denn Detailregelungen der vorgeschlagenen Art würden eine Verfassung nur überfrachten. Das Grundgesetz ist aber gerade deshalb beliebt, weil es so schön schlank ist.

politik@lr-online.de