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Kommentar
Recht auf Rendite

Simone Wendler
Simone Wendler FOTO: Sebastian Schubert / LR
Die Strompreise für Verbraucher kennen seit Jahren nur eine Richtung der Entwicklung: nach oben. Neben den Umlagen für die  Ausbaukosten von Wind-, Solar- und Biogasanlagen spielen die Netzentgelte dabei eine wichtige Rolle. Von Simone Wendler

Wie viel die Netzinhaber für Durchleitung von Strom und Gas verlangen können, entscheidet die Bundesnetzagentur. Und die hatte jüngst die Idee, bei den Netzkosten kräftig auf die Bremse zu treten. Mit Hinweis auf aktuell niedrige Zinsen sollte die Rendite für das Eigenkapital der Firmen deutlich sinken. Stromkunden hätten dadurch einige Euro im Jahr gespart.

Doch das Oberlandesgericht Düsseldorf sagte Nein. Die staatlich garantierte Rendite sei falsch berechnet worden, eine so starke Kürzung nicht rechtens. Die Netzbetreiber hatten argumentiert, dass sie Geld brauchten, um in den weiteren Ausbau der Leitungen zu investieren.

Das Urteil zeigt, Netze sind nicht, wie oft behauptet, nur eine Lizenz zum Geld drucken, sondern brauchen auch Investitionen. Und wer sein Geld dort anlegt, muss nicht selbstlos handeln. Netzbetreiber haben genau so ein Recht auf Gewinn wie Grünstromerzeuger.

simone.wendler@lr-online.de