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| 02:34 Uhr

Kein Vertrauen in den Wähler?

Bodo Baumert, Lausitzer Rundschau
Bodo Baumert, Lausitzer Rundschau FOTO: M. Behnke (DC)
Brandenburgs SPD möchte die Direktwahl der Landräte wieder abschaffen. Der Grund: Zu wenige Wähler interessieren sich dafür.

Bei den bislang 14 Direktwahlen wurde lediglich in fünf Fällen die notwendige Mehrheit an Wählerstimmen erreicht. Erst am Sonntag ist wieder eine Abstimmung in Oder-Spree mangels Wählerstimmen gescheitert. Nur 19 Prozent wollten für einen der Kandidaten stimmen.

Woran liegt's? Sind die Brandenburger wirklich so desinteressiert an der Kommunalpolitik? Nein. Wenn es um die Bürgermeister vor Ort geht, streben genügend Wähler an die Urne. Vielleicht liegt es eher daran, dass die Landräte eh erst seit sechs Jahren direkt gewählt werden. Bei acht Jahren Amtszeit heißt das, dass in den einzelnen Landkreisen allzu viel Erfahrungswerte noch gar nicht vorliegen. Bisher wurde ja nur einmal abgestimmt - und dabei standen Kandidaten zur Wahl, die sich vorher nicht um Wahlkampf scheren mussten und es dann auch nicht taten.

Die Alternative, die Wahl durch den Kreistag, ist auch keine Heilslösung. Mehrfach kürte der just den zum Sieger, der beim Wähler durchgefallen war.

Vielleicht sollten die Parteien einfach mehr Vertrauen in die Wähler haben. Drei Lausitzer Landräte stehen 2018 zur Neuwahl an. Sucht schon mal charismatische Kandidaten!

bodo.baumert@lr-online.de