ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:43 Uhr

Kein Muster

Hagen Strauss
Hagen Strauss FOTO: k r o h n f o t o . d e (k r o h n f o t o . d e)
Kommentar. Rot-Rot-Grün in Thüringen – wenn es so kommt, wäre die Aufregung in Berlin erst einmal groß. Schon jetzt lässt die Union keine Gelegenheit aus, die SPD davor zu warnen, mit der Linkspartei in Erfurt gemeinsame Sache zu machen und so die noch amtierende CDU-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht vom Hof zu jagen. Hagen Strauss

Die übrigens selber schwere strategische Fehler begangen hat. Das hat auch Auswirkungen auf die Große Koalition, wird im Konrad-Adenauer-Haus getönt. Dabei haben Union und SPD derzeit ganz andere Sorgen, als aus der politischen Entwicklung im Freistaat einen handfesten Koalitionskrach im Bund werden zu lassen. Man wird meckern, vergrätzt sein, aber der Sturm im Wasserglas wird sich dann auch wieder legen. Zumal alle Beteiligten wissen: Es ist ein gewagtes Experiment, das da in Thüringen versucht werden soll. Nicht nur wegen der äußerst knappen Mehrheit. Sondern auch wegen der handelnden Personen. Wirklich berechenbar ist zum Beispiel der schnell aufbrausende Linke Bodo Ramelow nicht.

Nein, Rot-Rot-Grün in diesem Bundesland ist kein Muster für den Bund. Dadurch, dass dort erstmals ein Linker zum Ministerpräsidenten gewählt wird, werden dessen Parteifreunde in Berlin nicht über Nacht salonfähiger. Die Gräben zwischen Linkspartei auf der einen und SPD und Grünen auf der anderen Seite bleiben tief, allein in außenpolitischen Fragen. Außerdem dürfte das Thüringen-Modell ein Einzelfall bleiben, da der besonderen politischen Situation dort geschuldet. So, wie Grün-Rot in Baden-Württemberg. Die Aufregung war auch groß, als Winfried Kretschmann als erster grüner Ministerpräsident ins Amt kam. Und was hat seine Partei über das Ländle hinaus daraus gemacht?

politik@lr-online.de

Artikel zum Kommentar: Rot-Rot-Grüne Hoffnungen in Thüringen - Ramelow am Ziel?