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Kampf dem Irrsinn

Eines ist doch zweifelsfrei klar: Wer mit einem irrsinnigen Tempo durch eine Innenstadt rast, egal zu welcher Tageszeit, an dessen Geisteszustand muss man erheblich zweifeln. Vor allem dann, wenn derjenige auch noch glaubt, seine PS-Waffe jederzeit unter Kontrolle zu haben. Hagen Strauß

Das kann nicht funktionieren.

Es ist an der Zeit gewesen, dass die Politik endlich auf das immer häufiger auftretende Phänomen mit Strafverschärfungen reagiert. Bisher wurde der Irrsinn rein rechtlich lediglich mit Samthandschuhen angefasst. Jeder PS-Junkie, fast immer sind es junge Männer, weiß nun jedoch, was ihm durch die vom Bundestag beschlossenen Verschärfungen blühen kann. Und erinnert sei daran, dass ein Berliner Gericht Raser unlängst wegen Mordes verurteilt hat. Illegale Autorennen werden damit aus der Ecke der Kavaliersdelikte geholt. Gleichwohl heißt das nicht zwangsläufig, dass die Pseudo-Rennfahrer zur Besinnung kommen. Ihre Lernkurve steigt meistens nicht gerade steil an. Insofern kommt es nun darauf an, dass die Polizei entschieden durchgreift und die Justiz den neuen Strafrahmen ausschöpft.