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K wie Koalitionsfrage

Koalitionsfragen gehören zum Wahlkampf wie das Salz zur Suppe. Doch in diesem Jahr will sich irgendwie keiner richtig festlegen, alle sagen nur, die eigene Partei solle möglichst stark werden.

Na, sowas. Fakt ist: Nur einmal gab es bislang eine absolute Mehrheit, und zwar 1957 für die CDU Konrad Adenauers. Seitdem gilt: Es muss koaliert werden. Denn keine Partei wird nach der Bundestagswahl alleine regieren können. Wahlkampf wird deshalb nicht nur mit dem eigenen Programm gemacht. Entscheidend ist auch, welche Machtoptionen sich eine Partei offen hält - oder eben ausschließt.

Angela Merkel hat schon erklärt, sie werde keinesfalls mit den Linken und der AfD koalieren. Demgegenüber liebäugelte Martin Schulz anfänglich mit einem rot-rot-grünen Bündnis, nach der Wahlschlappe im Saarland ist davon aber keine Rede mehr. "Wir wollen, in welcher Konstellation auch immer, den Bundeskanzler stellen", ist seitdem seine Lieblingsantwort auf die Koalitionsfrage. Und wie halten es die Kleinen? Teile der Linken würden gerne mit Rot und Grün, aber eben nur Teile. Die FDP will nicht mit der SPD, und schon gar nicht als Dritte im Bunde mit SPD und Grünen. Dann schon lieber wieder nur mit der Union. Union und Grüne würden hingegen schon miteinander, aber dafür wird es wohl nicht reichen. Und so weiter, und so weiter. Man nennt das Ausschließeritis. Macht aber nix, nach der Wahl sind davon alle wieder geheilt.

Hagen Strauß