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| 01:03 Uhr

Israel stoppt Räumung der Palästinenserstädte

Jerusalem.. Israel hat nach dem jüngsten Feuerüberfall palästinensischer Extremisten auf eine israelische Siedlerfamilie im Westjordanland jeden weiteren Truppenabzug aus palästinensischen Städten vorerst gestoppt.

Ministerpräsident Ariel Scharon betonte jedoch gestern, man werde, wie angekündigt, mehrere Hundert Palästinenser aus israelischen Gefängnissen entlassen. Das israelische Innenministerium veröffentlichte gestern eine Liste mit den Namen von 342 Palästinensern, die morgen freigelassen werden sollen.
Angesichts der wachsenden Spannungen zwischen beiden Seiten rief die militante Hamas-Organisation alle palästinensischen Extremisten auf, sich auf eine neue, gewalttätige Konfrontation mit Israel vorzubereiten. Um die gefährliche Krise zu entschärfen wird der palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas vermutlich noch in dieser Woche mit Scharon zusammentreffen.
Bei dem Überfall in der Nähe von Bethlehem waren am Sonntagabend eine 39-jährige Siedlerin und ihre drei Kinder zum Teil schwer verletzt worden. Die Al-Aksa-Brigaden, der bewaffnete Arm der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Jassir Arafat, bekannte sich gestern zu der Tat. Der Überfall wurde von einer Zelle der Al-Aksa Brigaden verübt, die die Ende Juni von der Hamas und dem Islamischen Dschihad ausgerufene einseitige Waffenruhe nicht akzeptiert hatte.
Verteidigungsminister Scha-ul Mofas warnte erneut, Israel werde den Friedensprozess nicht fortsetzen, "wenn die Infrastruktur der Terroristen nicht zerstört wird". Man werde jetzt abwarten, wie die andere Seite auf den Angriff reagiere. Nach israelischen Medienberichten planen inzwischen sieben Extremisten-Zellen im Gebiet zwischen Ramallah und Nablus im Westjordanland erneut Selbstmordanschläge auf Israelis.
Die radikal-islamische Hamas-Organisation hat alle militanten Palästinensergruppen aufgerufen, sich auf eine neue gewalttätige Konfrontation mit Israel vorzubereiten. Israel habe mehrfach die Bedingungen für Juni ausgerufene Waffenruhe verletzt, hieß es. (dpa/uk)