ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:22 Uhr

Post aus Potsdam
Mehlwürmer mit Gefühlen

Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: Redaktion / LR
Im Land Brandenburg gibt es immer mal wieder Ehrungen und Auszeichnungen. Die Staatskanzlei verschenkt einen Füllfederhalter für den „Ehrenamtlichen des Monats“ und verleiht den Landesorden, der Landtag seine Ehrenmedaille für Verdienste um das Gemeinwesen. Da wollen Bündnis 90/Die Grünen natürlich nicht nachstehen: Regelmäßig zeichnen sie „Grüne Gründerinnen“ aus, Frauen, die sich im Erwerbsleben engagieren und den Grünen nahestehen. Von Benjamin Lassiwe

So auch in dieser Woche. Pe­tra Budke, ihres Zeichens eine von zwei Landesvorsitzenden dieser Partei in Brandenburg, ehrt eine Gruppe von Unternehmerinnen, die „gesunde und nachhaltige Hundesnacks aus gepoppten Mehlwürmern“ herstellen. Es geht um drei Gründerinnen, die aus essbaren Insekten perspektivisch auch Nahrung für Menschen herstellen wollen. „Was für viele noch ekelerregend klingt, aus Insekten Hundefutter herzustellen, ist doppelt gut: Zum einen sind die Hundesnacks durch hochwertige Proteine, gesunde Fette und essenzielle Mikronährstoffe sehr gesund, zum anderen sind sie viel ressourcenschonender und nachhaltiger als Futter auf Fleischbasis“, heißt es in einer am Mittwoch ausgesandten Pressemitteilung der Grünen.

Aber Moment. Sind Mehlwürmer nicht auch Tiere? Und wie verträgt sich die Herstellung von Hundesnacks aus Mehlwürmern eigentlich mit der Position der Grünen zum Tierschutz? „Die essbaren Mehlwürmer werden in eigener, regionaler Zucht aufgezogen und dann sanft durch Einfrieren in den Tod geleitet, ohne zu leiden“, erklärt Budke wörtlich. „Sanftes Einfrieren“ also – auch Mehlwürmer haben Gefühle. Nur was Brandenburgs Hunde von der Vorstellung halten, statt mit leckerem Rindfleisch künftig mit Mehlwürmern gefüttert zu werden, konnte die Grünen-Politikerin nicht erklären . . .