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| 18:34 Uhr

Heiko Maas auf Antrittsbesuch in Moskau
Zurück auf Los?

Ulrich Krökel
Ulrich Krökel FOTO: LR / Redaktion
Kommentar. Für Außenminister Heiko Maas hätte der Antrittsbesuch in Moskau ein Härtetest werden können. Nach seiner Amtsübernahme hatte er eine robustere deutsche Politik gegenüber einem „zunehmend feindseligen“ Russland gefordert und für Wirbel gesorgt. Doch am Donnerstag ging es um etwas anderes.

Das Treffen mit Amtskollege Sergei Lawrow stand im Zeichen der internationalen Krisendiplomatie. Der Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran und die Absage von US-Präsident Trump an eine multilaterale Konfliktlösung können nicht ohne Auswirkungen aufs deutsch-russische Verhältnis bleiben.

Und das nicht nur, weil beide Länder zu den Unterzeichnern des Vertrags gehören und daran festhalten wollen. Der EU, und damit Deutschland, droht im Zweifel, ohne Schutzmacht dazustehen. Diese Situation verlangt nach einer Neubewertung der Probleme mit Russland. Das heißt nicht, dass die EU die Krim-Annexion anerkennen oder Sanktionen aufheben sollte. Aber aus Gesprächen über eine gemeinsame Iran-Politik könnten sich Chancen für eine Annäherung ergeben, etwa im Minsker Friedensprozess für die Ost-Ukraine. Maas bot in Moskau genau dies an.

Es ist bekannt, dass der russische Präsident Wladimir Putin die Europäer vor allem deshalb als Widersacher betrachtet, weil er sie bisher für Erfüllungsgehilfen der selbstherrlichen Supermacht USA gehalten hat. Entfernen sich Amerikaner und Europäer nun voneinander, sieht das anders aus.

⇥politik@lr-online.de