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Wirtschaft
Handwerk muss begeistern

Christine Keilholz
Christine Keilholz FOTO: Sebastian Schubert / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Meinung Die Leier, dass es heutzutage keine vernünftigen Lehrlinge mehr gibt, ist so alt wie das Handwerk selbst. Was soll man darauf auch immer antworten: Ja, es stimmt, Teenager haben heute Handys, sie daddeln viel am Computer, sie chatten. Das Tafelwerk auswendig können sie nicht. Alles richtig, alles wahr! Aber ist das so schlimm? Sagen wir es mal uncharmant: Es ist das Vorrecht der Alten, ihre Überlegenheit gegenüber dem Nachwuchs zu markieren. Aber ob man so junge Leute für ein Handwerk begeistert, darf bezweifelt werden. Das aber müssen Betriebe heute, um überhaupt noch Nachwuchs zu kriegen. Junge Leute haben mehr Auswahl bei der Ausbildung als zu Zeiten, als sie noch vom Vater zum Lehrmeister geschleift wurden.

Die seit Jahren schwelende Ausbildungskrise hat zwei Hauptgründe: Da sind Bewerber, die mit wenig Begeisterung in die Lehre gehen. Und da sind Betriebe, die kaum für die Möglichkeiten ihrer Branche werben, dafür aber ihren Nachwuchs nach Kriterien von anno dunnemals aussieben. Dass das nicht zusammengeht, ist klar. Aber es ließe sich vielleicht machen. ⇥politik@lr-online.de