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| 19:01 Uhr

Kommentar zu zahlungsunwilligen Vätern
Härter verfolgen – der betroffenen Kinder wegen

 Ulrike Sosalla
Ulrike Sosalla FOTO: MOZ
Ein Fehlbetrag von 1,8 Milliarden Euro ist eine Menge Geld. Er fehlt in den Kassen von Bund und Ländern, weil Elternteile – häufig Väter – nicht zahlen, die nach einer Trennung zu Unterhalt für ihre Kinder verpflichtet sind.

Dass sich das Loch innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppelt hat, geht indes nicht nur auf die fehlende Zahlungsmoral zurück, sondern auf eine Gesetzesänderung: Seit Mitte 2017 springt der Staat länger als sechs Jahre lang ein, wenn Alleinerziehende ohne das ihnen zustehende Geld ihres Ex-Partners über die Runden kommen müssen.

Und anders als früher zahlt das Amt nun auch für ältere Kinder.

Beide Änderungen waren im Interesse der Alleinerziehenden überfällig. Denn die Grenzen bei Alter und Bezugsdauer dienten vorher allein dazu, die Kosten des Unterhaltsvorschusses für den Staat gering zu halten – und das Problem der säumigen Partner damit auf die Alleinerziehenden abzuwälzen, die ohnehin zu einer der am stärksten belasteten Gruppen unserer Gesellschaft gehören.

Nun, da die Kosten beim Staat auflaufen, wird überdeutlich, wie riesig das Problem ist, das die Unterhalts-Preller verursachen. So weh es im ersten Moment tut: Hier dürfen Bund und Länder jetzt nicht sparen, sondern müssen noch mehr investieren: in eine angemessene Ausstattung der Jugendämter und der Justiz, damit diese in der Lage sind, die säumigen Väter und Mütter zur Rückzahlung zu zwingen.

Denn hier geht es nicht um schmutzige Wäsche aus Trennungen, sondern um die Zukunft der betroffenen Kinder.

politik@lr-online.de