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| 20:46 Uhr

Kommentar
Gut gemeint, aber . . .

 Sybille von Danckelman
Sybille von Danckelman FOTO: LR / Sebastian Schubert
Gut gemeint ist nicht immer auch gut gemacht. Anders ausgedrückt: Ein neues (Pflegestärkungs-)Gesetz heißt noch lange nicht, dass die Politik damit tatsächlich den Kern des Problems trifft.

Pflege ist einer der am wenigsten planbaren Berufe. Ständig wechselnde Schichtpläne, zu kurze Ruhezeiten und Dauerstress wegen Personalmangel machen ihn unattraktiv und Pflegekräfte krank. Und auch mit dem Gesetz könnte es sein, dass es für den einzelnen Pfleger so bleibt.

Wer Kliniken Personalschlüssel vorschreibt, um patientengefährdende Versorgung zu verhindern, hat auf dem Papier zwar sicher erst mal recht. Aber: Wenn für das neue Gesetz Optimalbesetzungen kurzerhand zu Untergrenzen einer Pflegeschicht gemacht werden, wenn für die Nachweisführung dieser Besetzungen Pfleger am PC statt am Krankenbett sitzen, wenn Kliniken die Untergrenzen nur durch noch mehr Flexibilität beim Personaleinsatz stemmen und drohende Strafzahlungen und Bettenabbau abwenden können, dann wird aus gut gemeint schnell schlecht gemacht.