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Kolumne Der Tatort im RUNDSCHAU-Visier
Göttliches Meisterstück

Ida Kretzschmar
Ida Kretzschmar FOTO: Sebastian Schubert / LR
Einfach göttlich, was am Sonntag zur besten „Tatort“-Zeit aus Münster abgeliefert wurde. Womit mal wieder bewiesen ist: Wo Professor Karl-Friedrich Boerne und Hauptkommissar Frank Thiel draufstehen, sind auch Jan Josef Liefers und Axel Prahl drin. Und wie! Ida Kretzschmar

Insgesamt gibt es an göttlichen Regieideen und Darstellerleistungen keinen Mangel. Wobei sich herausstellt: Gott ist auch nur ein Mensch. In diesem Fall ein Künstler, dem das Künstlerische gehörig zu Kopf steigt, weil er unbedingt ein Werk für die Ewigkeit schaffen will. Dafür kann man schon mal daran denken, jemanden in die ewigen Jagdgründe zu befördern.

Na ja: Gott ist nicht allein. Und so wird Argwohn gestreut über die Künstler, die sich in Münster zu den internationalen Skulptur-Tagen versammeln. Können die sich alles erlauben, um Aufmerksamkeit zu erringen? Fast geraten sie unter Generalverdacht. Was nachvollziehbar ist, denn da hat nicht nur einer eine Leiche im Keller, genauer gesagt in der Skulptur.

In dieser mystischen Künstlerwelt wird sogar der Pathologe auf der Suche nach Unsterblichkeit Gottes Meisterschüler, spielt man mit Knochen wie mit Worten und vergießt nicht nur dickflüssigen roten Sirup. Bloß gut, dass die mörderische Inszenierung mit genialer Ironie, flotten Sprüchen und überraschenden Kamerablicken serviert wird.

Ein göttliches Meisterstück. Nicht ganz auszuschließen allerdings, dass da auch der Teufel die Hand im Spiel hatte.

4c_TV Tatort ARD
4c_TV Tatort ARD FOTO: Schubert, Sebastian / LR