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| 15:56 Uhr

Kolumne
Genial: Film im Film im Film

Ida Kretzschmar
Ida Kretzschmar FOTO: Sebastian Schubert / LR
Im ersten Moment klingt es ein wenig wirr: Da wird ein Film im Film gezeigt, der einen Film zeigt. Und doch ist es eine geniale Idee, die mich an diesem Sonntagabend nicht loslässt. Zumal die Ermittler erstmals über den roten Teppich gehen. Und so hat man das Gefühl, mitten in der Wirklichkeit des Filmgeschäfts gelandet zu sein. Denn die Berlinale ist ja gerade im vollen Gange. Das Gefühl trügt gar nicht so sehr, ist doch schon im Vorspann zum Berliner „Tatort“ zu erfahren, dass er von wahren Begebenheiten inspiriert ist. Was ist noch Film, was Wirklichkeit? Die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen nicht nur für diesen bislang doch so eiskalt agierenden Robert Karow (Mark Waschke), der in seiner geradezu fieberhaften Ermittlungsarbeit wahrlich zu schauspielerischer Hochform aufläuft. Auch als Zuschauer wandelt man förmlich auf einer Meta-Ebene, die den Bezug zum Titel des Films im Film im Film herstellt, störend und verstörend und doch faszinierend wie gutes Kino. Die Filme führen zur Wahrheit, glaubt Robert Karow unbeirrt, der dafür an sein eigenes Limit geht. Nina Rubin (Meret Becker) steht etwas zerzaust daneben, zumal ihr das Leben als Mutter gerade auch einiges abverlangt.

Eigentlich soll es nicht mehr so viele Experimente in der Krimireihe geben, hatte die ARD im Herbst erklärt. Verkehrt ist das nicht. Auf dieses aber hätte ich nicht verzichten wollen. Denn es passt auf den roten Teppich mit seiner Spannung, dem sensiblen Spiel, der interessanten Kameraführung, der Palette an Emotionen – gekrönt von einer kinoreifen Idee.

4c_TV Tatort ARD
4c_TV Tatort ARD FOTO: Schubert, Sebastian / LR