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| 18:30 Uhr

Fünf-Punkte-Plan
Die Gurke und das Plastik

Hagen Strauß
Hagen Strauß FOTO: LR / Redaktion
Dass die Vermeidung und die Entsorgung von Plastikmüll mittlerweile zu den größten umweltpolitischen Herausforderungen gehören und zwar global, steht außer Frage: Es gibt in den Ozeanen schon gigantische Inseln aus Kunststoff, Reste finden sich in Fischen und Vögeln, Spuren von Mikroplastik in Lebensmitteln und beim Menschen. Von Hagen Strauss

Kurzum: Die Welt erstickt im Plastikmüll.

Umweltministerin Svenja Schulze hat am Montag einen Fünf-Punkte-Plan vorgelegt, um das Aufkommen deutlich zu reduzieren. Radikal ist ihr Vorgehen nicht. Erstens, weil einiges davon schon längst beschlossen ist wie etwa das Verpackungsgesetz mit höheren Recyclingquoten oder die EU-Plastikstrategie. Und zweitens, weil Schulze vor allem auf Freiwilligkeit setzt. Das ist bekanntlich immer heikel, da die Wirtschaft stets nach Schlupflöchern sucht und es oft an Konsequenz missen lässt. Der Kunde freilich auch. Ein Blick ins Ladenregal belegt das ganz praktisch: Warum es zum Beispiel immer noch mit Plastik umhüllte Gurken gibt, ist ein Rätsel. Ebenso, warum sie noch gekauft werden.

Hierzulande gibt es funktionierende Recycling- und Pfandsysteme.  Doch in den Schwellen- und Entwicklungsländern ist die Katastrophe längst da, weil es dort keine geschlossenen Abfallverwertungssysteme gibt. Ab 2019 stellt die Bundesregierung 50 Millionen Euro für den Export von Technologien gegen die Meer-Vermüllung zur Verfügung. Das ist – gemessen an den Mengen – wenig mehr als nichts.⇥politik@lr-online.de