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| 17:13 Uhr

Kommentar Union streit über ihr Profil
Frischlinge reichen nicht

Hagen Strauß
Hagen Strauß FOTO: krohnfoto.de
Inzwischen knüpfen viele von Angela Merkels Parteifreunden die Frage einer Erneuerung der CDU nicht mehr nur an jüngeres Personal. Sondern auch daran, wie sich die Partei inhaltlich künftig aufstellen muss, für welche Werte und Grundsätze sie eigentlich noch steht.

Das macht die Sache gefährlich für die Kanzlerin. Denn ein solcher Streit lässt sich nicht einfach mit ein paar Frischlingen am Kabinettstisch wegwischen. Hier muss Merkel irgendwann Haltung zeigen. Und das fällt ihr bekanntlich schwer.

Es ist die Mutter aller Diskussionen, die die Union wieder zunehmend umtreibt. Wie konservativ sie eigentlich sein muss, damit sie auch am rechten Rand verlorengegangenes Terrain zurückgewinnen kann.

Darum geht es: Mit der AfD hat sich für viele Wertkonservative eine Alternative etabliert, die es rechts von der Union eigentlich nie geben sollte. Die CDU tappt immer noch im Dunkeln, wie sie darauf reagieren soll. Mit Merkel ist allerdings ein Ruck nach rechts nicht zu machen, den sich die bayerische CSU wünscht.

Und wenn der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Parteivize Armin Laschet jetzt auch noch der CDU das Konservative als Markenkern abspricht, ist das ähnlich provokant und verwegen, als ob die Grünen künftig nichts mehr mit Ökologie am Hut haben wollen. In Wahrheit ist das jedoch ein Offenbarungseid. Weil dahinter große Ratlosigkeit steckt. Nur wird die auf Dauer bestraft werden. Vom Wähler sowieso – und irgendwann auch von der eigenen Partei.