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| 09:58 Uhr

Berlin-Post
Freies Geleit für Dobrindt

Stefan Vetter
Stefan Vetter FOTO: Redaktion / LR
Die linke Gefahr lauert überall. Das meint jedenfalls Alexander Dobrindt. Gerade erst hat der CSU-Landesgruppenchef eine „linke Meinungsvorherrschaft“ im Land beklagt – und das beispielhaft ausgerechnet am Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg festgemacht. Von Stefan Vetter

Der sei zwar nicht Deutschland, „aber der Prenzlauer Berg bestimmt die öffentliche Debatte“, ereiferte sich Dobrindt. Gut, der Mann kommt aus Bayern. Da kann man ja nicht wissen, dass der Prenzlauer Berg mittlerweile so ziemlich die bürgerlichste Ecke im Osten der Hauptstadt ist, die sich denken lässt. Dank massenhaft zugezogener Schwaben und Rheinländer erfreuen sich die Kirchen dort eines regen Zulaufs, und die Wege werden von Kinderwagen derart frequentiert, dass dafür fast schon eigene Verkehrs­ampeln notwendig wären. Nur der Bürgermeister ist tatsächlich einer von der Linkspartei: Sören Benn hat den Dobrindt deshalb auch „auf einen Latte Macchiato“ in den Kiez eingeladen. „Bei freiem Geleit“, so Benn ironisch, könne sich der Bajuware dann davon überzeugen, „dass in Wahrheit alles noch viel schlimmer ist“.