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| 20:36 Uhr

Kolumne
Fontane ohne Neuruppin . . .

 Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: LR / Redaktion
Er ist der größte Dichter der Mark Brandenburg: Theodor Fontane. Und weil der Schriftsteller am 30. Dezember 1819 in Neuruppin geboren wurde, steht nun das ganze Jahr 2019 im Zeichen des Autors. Ein „pränatales Jubiläum“, wie es von manchem, der damit befasst ist, formuliert wird. Von Benjamin Lassiwe

Heute vor 200 Jahren jedenfalls war Theodor Fontane noch nicht einmal gezeugt.

Das freilich hindert im Land Brandenburg gerade niemanden, so richtig ins Fontanefieber zu geraten. Und besonders begeistert ist, natürlich, die Potsdamer Staatskanzlei. Zusammen mit dem von Jörg Vogelsänger (SPD) geführten Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft hat man einen großformatigen Kalender mit Bildern zum Fontanejahr erstellt. Die Motivauswahl ist dabei durchaus gelungen: Fotos vom Stechlin, von märkischen Schlössern oder der alten Grablege der Askanier, dem Kloster Chorin, machen Lust auf Brandenburg. Und Urlaub. Dazu gibt es auf jedem Blatt noch Texte, die die Verbindung des gewählten Motivs mit Theodor Fontane deutlich machem.

Nur eine einzige, für das Fontanejahr freilich völlig bedeutungslose Kleinigkeit haben die Macher des Kalenders offensichtlich übersehen. Neuruppin, die Geburtstadt des Dichters, in der 2019 die meisten Feierlichkeiten stattfinden werden, kommt in dem Kalender schlicht nicht vor. Aber mal ehrlich: Wen in Potsdam kümmert schon Neuruppin, wenn es um Fontane geht?