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Kommentar
Fehlende Grundwerte

Chefredakteur Oliver Haustein-Teßmer
Chefredakteur Oliver Haustein-Teßmer FOTO: Sebastian Schubert / LR
Meinung | Cottbus. Die Messerattacke syrischer Jugendlicher auf ein Ehepaar in Cottbus zeigt: Den Angreifern mangelt es an Werten. Da die Polizei mehr ähnliche Straftaten verzeichnet, sind neben den Strafverfolgern auch Sozialarbeiter und Pädagogen gefragt. Von Oliver Haustein-Teßmer

Es ist alles andere als normal, während eines Wortgefechts zum Messer zu greifen. Und es ist hirnrissig, dies im Streit darüber zu tun, ob eine Frau aggressiven Jugendlichen Respekt zollen muss. Und dann den Ehemann der Frau zu verprügeln.

Das aber haben syrische Jugendliche in Cottbus getan. Der Jüngste der drei ist 14 Jahre alt – und zückte sein Messer. Die Tatverdächtigen haben einige grundlegende Dinge nicht kapiert. Sie leben in Deutschland, einem Staat, in dem Frauen und Männer dieselben Rechte haben. Ein freies Land, in dem das Mitführen einer Stichwaffe im zivilen Leben zumindest geächtet ist.

Die Jugendlichen müssen bestraft werden, und deren Eltern, die ebenfalls in Cottbus leben, haben mit ihrem Nachwuchs einiges aufzuarbeiten.

Damit allein ist es aber nicht getan. Denn es ist ebenso offensichtlich, dass noch mehr der hierzulande lebenden Zuwanderer Probleme machen. Dies schlägt sich laut Polizeidaten im vergleichsweise höheren Anteil jüngerer männlicher Ausländer bei Körperverletzungen nieder.

In Cottbus gab es der Stadtverwaltung zufolge in den vergangenen Monaten wiederholt Gewalttaten auch von mit Messern bewaffneten Ausländern. Das heißt nicht, dass dieses Verhalten typisch Syrer, Flüchtling oder Muslim wäre. Aber es bedeutet, dass sich nicht allein Strafverfolger der Frage der Gewaltbereitschaft stellen müssen.

Es gilt, insbesondere jungen Zuwanderern die viel beschworenen Grundwerte Deutschlands näher zu bringen, bevor es zu spät ist. Ob in der Sozialarbeit, der Schule, im Jugendzentrum oder im Integrationskurs. Denn nicht immer schützt wie gerade in Cottbus ein beherzter Passant die Opfer und verhindert so Schlimmeres.