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| 19:00 Uhr

Leitartikel zur Reform der Notfallversorgung
Fatales Anspruchsdenken

 Guido Bohsem
Guido Bohsem FOTO: LR
Wenn am Wochenende ein gesundheitliches Problem auftritt, fahren viele direkt ins Krankenhaus. In Konsequenz müssen sich die Kliniken immer öfter um Fieberpatienten kümmern. Das verursacht nicht nur hohe Kosten, sondern benachteiligt vor allem diejenigen, die wirklich zu den Notfällen gehören – Patienten mit Schlaganfällen oder Herzinfarkten etwa.

Seit Jahren liefern sich die zuständige Kassenärztliche Vereinigung und die Krankenhausgesellschaft einen erbittert geführten Stellungskrieg um Honorierung und Kompetenzen. Kein Wunder, dass Gesundheitsminister Spahn nun der Geduldsfaden gerissen ist und er beide Organisationen in dieser Frage entmachten möchte.

Den Kern des Problems geht er dabei jedoch nicht an, nämlich das Anspruchsdenken der Patienten. Manch einer, der sonntags ins Krankenhaus geht, weiß sehr wohl, dass er dort nichts verloren hat. Doch rechnen viele mit einer besseren Behandlung, oder es passt manchmal einfach besser in den Kram. Hier könnte der Gesetzgeber ansetzen, vielleicht mit einer Gebühr, die Patienten zahlen müssen, die keine Notfälle sind.

⇥politik@lr-online.de