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| 22:22 Uhr

Kommentar zu Energie und die Fans
Kurze Atempause für den FC Energie

Jan Lehmann
Jan Lehmann FOTO: LR / Sebastian Schubert
So bitter das klingen mag, aber die Randale aus dem Block des als Vorzeige-Club gepriesenen SV Babelsberg beim Pokalfinale gegen Cottbus hat zumindest einen positiven Aspekt: Spätestens seit diesem Finaltag der Amateure, an dem es auch im Saarland, im Rheinland, in Thüringen oder beim Mittelrhein-Pokal zu teils schweren Ausschreitungen gekommen war, ist klar: Das ist kein spezielles Problem der Lausitz, kein spezielles Problem von Energie Cottbus. Bundesweit wird der Fußball immer wieder von gewaltverherrlichenden Selbstdarstellern für plumpe Machtdemonstrationen missbraucht.

Die Politik und der DFB sind gefordert, nicht weiter nur die Vereine mit hohen Strafzahlungen noch mehr zu schwächen. Sondern stattdessen die Sicherheitskonzepte sowie die Strafverfolgung auf den Prüfstand zu stellen. Wir dürfen uns von einigen Abge­klemmten nicht diesen wunderbaren Sport vermiesen lassen.

Und Energie Cottbus? Der Verein kann kurz durchatmen, weil die eigene Fankurve in Babelsberg ruhig geblieben ist und sich von den Provokationen aus dem gegnerischen Block nicht hat aufbringen lassen. Da wurde intern offenbar gute Vorarbeit geleistet. Doch schon die Aufstiegsspiele gegen Flensburg sind erneut eine heikle Angelegenheit, bei der Energie gemeinsam mit seinen wahren Fans den Randalierern keinen Raum geben darf. Die begonnene Vereinsarbeit im Sinne eines friedlichen Miteinanders, das den Fußball in den Mittelpunkt stellt, muss weitergehen. Zu schnell könnte sonst ein mühsam aufgebautes positives Bild innerhalb von Minuten wieder in Flammen aufgehen. Beim SV Babelsberg haben sie das am Montag äußerst schmerzhaft erlebt.

⇥jan.lehmann@lr-online.de