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Faire Chance für neue Eigentümer

Simone Wendler
Simone Wendler FOTO: M. Behnke (DC)
Kommentar. Jetzt wird es für die neuen tschechischen Eigentümer des Lausitzer Braunkohlerevieres und für die Region ernst. Sind die Tschechen skrupellosen Heuschrecken, wie Umweltaktivisten behaupten, oder verantwortungsbewusste Unternehmer? Nach dem vollzogenen Eigentümerwechsel müssen sie Farbe bekennen. Simone Wendler

Eine der ersten Entscheidungen, aus dem bisherigen Führungspersonal den Unternehmenschef zu benennen, zeigt, dass sie personell offenbar auf Kontinuität setzen. Ob das auch für Unternehmenstransparenz, Umgang mit Umsiedlern, Landschaft und Sponsoring gilt, wird sich zeigen. Die nächsten Monate werden eine erste Antwort darauf geben, wieviel Heuschrecke in EPH steckt oder nicht. Die schwierigste Frage bleibt jedoch, wie lange wird hier noch Braunkohle verstromt und kann man damit genug Geld verdienen, um die umgepflügte Landschaft wieder zu sanieren? Anders als beim Atomstrom wird bei Braunkohle das Sanierungsgeld nicht nur im laufenden Betrieb erwirtschaftet, sondern teilweise bereits da auch wieder ausgegeben. Ob dieses Modell wie geplant aufgeht liegt jedoch nicht nur in der Hand von EPH, sondern auch in der Hand der Politik. Beschlüsse zur Klimapolitik und Energiewende greifen unmittelbar in das Geschäft der Kohlestromerzeuger ein. Diese wirtschaftlichen Folgen muss Politik mitdenken und mit verantworten. EPH hat jedenfalls erst mal eine faire Chance verdient, das Heuschreckenbild zu widerlegen.