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| 06:32 Uhr

Kommentar
Existenzbedrohend

 Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: LR / Redaktion
Wer sein Abitur gemacht hat und sorbisch spricht, hat in Brandenburg glänzende Perspektiven. Zumindest wenn sich die betreffende Person für ein Lehramtsstudium an der Universität Leipzig entscheidet.

Denn auf ausgebildete Sorbischlehrer wartet in der Lausitz eine nahezu 100-prozentige Beschäftigungsgarantie – und das bis zur Rente, wohlgemerkt.

Das ist das Positive an der Krise, die in den nächsten Jahren auf das sorbische Schulwesen zukommt. Tatsächlich aber ist das Schulfach Sorbisch wohl schon mittelfristig akut gefährdet. Denn zu wenige junge Menschen entscheiden sich für eine berufliche Zukunft als Sorbischlehrer. Wenn heute nur elf Fachlehrer unter 40 sind, kann man sich leicht ausrechnen, wie es in 20 Jahren an den Schulen aussieht.

Lösen können dieses Problem nur die Sorben und Wenden selbst. Wenn sie es nicht schaffen, ihre Sprache und Kultur so attraktiv an Kinder und Jugendliche zu vermitteln, dass wenigstens einige von ihnen Sorbischlehrer werden wollen, wird es in einigen Jahrzehnten wohl keinen Sprachunterricht in Brandenburg mehr geben.

politik@lr-online.de