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| 18:58 Uhr

Kommentar Merkel und der EU-Mini-Gipfel
Düstere Aussichten für gemeinsame Asyl-Lösung

Markus Grabitz
Markus Grabitz FOTO: LR / Redaktion
Das war nicht anders zu erwarten gewesen: Bei dem Mini-Gipfel zeichnet sich noch nicht einmal ansatzweise der Durchbruch für eine grundlegende Reform des EU-Asylsystems ab. Es gibt allenfalls ein wenig Bewegung.

Am ehesten könnten sich die Staats- und Regierungschefs wohl darauf einigen, „Aufnahmezentren“ außerhalb der EU anzustreben, wo die Asylanträge geprüft und womöglich Anspruchsberechtigte von rein Migranten mit rein wirtschaftlichen Motiven getrennt werden könnten. Allerdings ist auch dies auch noch sehr vage: Bislang hat sich kein Mittelmeeranrainer außerhalb der EU dazu bereit erklärt.

Auch über strengere Vorschriften, im laufenden Asylverfahren nicht das Land zu wechseln, sowie ein einheitliches Niveau der Sozialhilfe könnten sich die „Chefs“ wohl auch recht schnell einig werden. Nur: Das sind nicht die Kernprobleme. Selbst auf dem Mini-Gipfel ist man meilenweit entfernt davon, einen neuen solidarischen Mechanismus zur Lenkung und Verteilung der Flüchtlingsströme innerhalb der EU zu finden.

Vielmehr ist mit Händen zu greifen, in welch schwierige Lage die CSU die Bundeskanzlerin in der EU manövriert hat. Angela Merkel ist jetzt abhängig davon, dass sie unter Zeitdruck einen Konsens mit der von Populisten und Rechtsaußen-Politikern gebildeten Regierung in Italien zustande bringt. Eine grundsätzliche Lösung ist nicht in Sicht: Polen, Tschechien, die Slowakei und Ungarn haben mit ihrer kategorischen Absage an den Mini-Gipfel deutlich gemacht, dass sie an konstruktiven Lösungen nicht interessiert sind.