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| 19:14 Uhr

Kommentar zum Paragrafen 219a
Es ist ein wichtiger und richtiger Schritt

 Dorothee Torebko
Dorothee Torebko FOTO: lr / LR
Nach langem Hin und Her hat der Bundestag endlich über den Paragrafen 219a entschieden: Frauen werden künftig besser darüber informiert, wer Schwangerschaftsabbrüche vornimmt. Es ist ein wichtiger und richtiger Schritt.

Ärzte werden entkriminalisiert, und Frauen in Krisensituationen erhalten leichter Zugang zu Informationen. Doch das neue Gesetz bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Denn Ärzte dürfen auf ihrer Internetseite nicht schreiben, welche Maßnahmen zur Abtreibung sie anbieten. Diese Informationen sind aber wichtig für die Entscheidungsfindung. Frauen sollten sich bei den Ärzten, die die Abbrüche vornehmen, darüber informieren können, welche Methoden diese verwenden. Das hat nichts mit Werbung zu tun, wie Lebensschützer befürchten. Sie argumentieren, dass Frauen durch Informationen dazu getrieben werden, Abtreibungen vorzunehmen, wie sie etwa dazu verleitet werden, schicke Schuhe zu kaufen. Diese Sicht degradiert Frauen und spricht ihnen jegliches Selbstbestimmungsrecht ab. Das Gegenteil ist der Fall: Die meisten wägen lange ab, ob sie ein Kind bekommen wollen.

Die Gründe sind divers: Frauen ringen sich zur Abtreibung durch, weil sie ihr Leben ohne Partner nicht finanzieren können. Andere befürchten, dass sie mit Baby weniger Aufstiegschancen haben. Wenn diese ungewollten Kinder geboren werden, welches Leben erwartet sie dann? Statt gegen Schwangerschaftsabbrüche zu kämpfen, sollten Lebensschützer besser für ein gutes Leben mit Kind kämpfen. Das bedeutet, sich die Frage zu stellen, was die Gesellschaft tun kann, um Gründe für Abbrüche zu reduzieren. Erst dann wird das Leben geschützt – von Kind und Mutter.

politik@lr-online.de