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| 05:00 Uhr

Kommentar
Es gilt das Recht auf Kunstfreiheit

Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: LR / Redaktion
Es wirkt wie eine ganz normale Landtagsanfrage. Mit welchen Mitteln wird welche Einrichtung und warum gefördert? Solche Fragen gibt es im Potsdamer Landtag zu Hunderten.

Doch die Anfrage kommt von der AfD. Und es geht um ein Theaterstück, das vor den Gefahren des Faschismus warnt. Nachtigall, ick hör Dir trapsen.

Hier geht es nicht um eine neutrale Bewertung der Arbeit des Cottbuser Piccolo Theaters. Hier geht es darum, politische Gegner infrage zu stellen und vielleicht auch etwas einschüchternd zu wirken. Erst hat man sich alle Fördergeldempfänger der Landesregierung geben lassen, nun sucht man sich heraus, wer einem politisch nicht passt, und fragt gezielt deswegen nach. Doch in Deutschland gilt das Recht auf Kunstfreiheit. Und in der Brandenburger Landesverfassung ist das bezeichnenderweise im selben Absatz wie das Recht der Kunst auf öffentliche Förderung verankert. Projekte wie das Piccolo Theater oder auch die diversen Musikfestivals im Land sollten die kritischen Nachfragen der AfD deswegen als Auszeichnung begreifen. Sie zeigen, dass sie mit ihrer Arbeit im Kampf gegen rechts ein Ziel erreichen. ⇥politik@lr-online.de