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| 17:53 Uhr

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Erdbeermilch im Landtag

Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: LR / Redaktion
Gordon Hoffmann, der Prignitzer Landtagsabgeordnete, fasste es im Brandenburger Landtag einmal so zusammen: Er sei der Sprecher seiner Fraktion für Bildung und Jugend. Für Sport sei er nicht zuständig, das wäre auch irgendwie unglaubwürdig. Von Benjamin Lassiwe

Der Kollege einer großen Boulevardzeitung wiederum bezeichnete den Verfasser dieser Zeilen wiederum einmal unverblümt als „kleinen, dicken Mann mit Bart.“ Und so ist es ja auch. Denn egal, ob man es direkt oder weniger direkt sagt: Manche Menschen haben halt etwas mehr Leibesfülle aufzuweisen. Gesund ist das sicher nicht, das sagen die Blutdruckwerte und der Hausarzt. Aber es ist eben auch nichts, was man anderen vorhalten kann – schließlich gilt auch für uns Dickere das alte Sprichwort: „Wer im Glashaus sitzt, der sollte nicht mit Steinen schmeißen.“

Und auch wenn sich die Alternative für Deutschland gern für Volkslieder an deutschen Schulen einsetzt: Mit Sprichwörtern hat es die rechtspopulistische Partei ganz offenbar nicht so. Jedenfalls gilt das zumindest für den Abgeordneten Franz Wiese, der fraglos ebenfalls über eine gewisse Leibesfülle verfügt. Das allerdings hinderte ihn nicht, in einer Pressemitteilung der Landesregierung vorzuwerfen, durch das Ausgeben zuckerhaltiger Erdbeermilch an Schulen Mitverantwortung an der „Fettleibigkeit Brandenburger Schüler“ zu tragen. Was schon ziemlich bizarr ist, schließlich ist Brandenburg auch an dieser Stelle noch weit von amerikanischen Verhältnissen entfernt. Und zumindest jene Schüler, die regelmäßig das Potsdamer Parlament besuchen, wirken zumindest im direkten Vergleich nicht unbedingt sehr korpulent. Weswegen am Ende nur die Frage bleibt, wie viel Erdbeermilch der AfD-Politiker jeden Tag im Landtag trinkt...