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| 21:03 Uhr

Kommentar
Das ist keine gute Strategie

Bettina Friedenberg
Bettina Friedenberg FOTO: Sebastian Schubert / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Unter dem Deckmantel der Meinungs- und Kunstfreiheit Hass und Antisemitismus zu verbreiten, ist kaum erträglich. Solche Künstler für ihr unsägliches Tun auch noch auszuzeichnen, ist beschämend und unerträglich.

Passiert ist es trotzdem: Vor wenigen Tagen – ausgerechnet am Holocaust-Gedenktag – sind die Rapper Kollegah und Farid Bang mit dem wichtigsten deutschen Musikpreis Echo ausgezeichnet worden. Für ein Album, auf dem ein Song Auschwitz-Insassen lächerlich macht. Das Ganze ist dann auch noch zur besten Prime-Time live im TV übertragen worden. Jetzt, endlich, will der Bundesverband Musikindustrie Konsequenzen ziehen. Das heißt aber nicht, dass man sich entschuldigt. Oder gar überlegt, den Preis im Nachhinein abzuerkennen. Nein, so viel Konsequenz will man dann doch nicht ziehen, sondern man hat eine „umfassende Analyse und die Erneuerung der mit der Nominierung und Preisvergabe zusammenhängenden Mechanismen“ angekündigt. Das heißt: Nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, wird nicht etwa versucht, das Kind zu retten. Nein, man schüttet den Brunnen zu. Keine gute Strategie.
bettina.friedenberg@lr-online.de