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Einstiegsdroge Alkohol

Kommentar. Ab 16 darf man Bier trinken und im Supermarkt erwerben. Dass Jugendliche dieses Recht auch praktisch nutzen, ist da nicht verwunderlich. Benjamin Lassiwe

Und mal ehrlich: Wer hat als Schüler nicht die ersten Erfahrungen mit Tabak und Alkohol gesammelt? Aber wenn im Elbe-Elster-Kreis jeder fünfte Schüler mindestens einmal pro Woche Alkohol konsumiert, sollte man zumindest hinschauen. Denn klar ist: Ein einzelnes Bier, ein einzelnes Glas Wein oder auch ein guter, rauchig-torfiger schottischer Whisky hat noch niemandem geschadet. Aber Alkohol ist eben auch eine Einstiegsdroge, die stets in Maßen genossen werden sollte.

In der Brandenburger Öffentlichkeit spürt man das freilich nur wenig. Das Land installiert einen "Bierbotschafter", macht Werbung für Klein- und Gasthausbrauereien und träumt von einem eigenen Weinanbaugebiet. Und alle diese Projekte sind richtig und wichtig.

Aber noch besser wäre es, würde das Land auch Technologien fördern, die es den Brauereien ermöglichten, auch alkoholfreies Bier zu produzieren. Oder sich dafür einsetzen, dass bei jedem Dorf-, Stadt- und Erntefest auch alkoholfreies Bier erhältlich ist. Denn das dient am Ende auch der Prävention.

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