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| 17:41 Uhr

Kommentar
Einfache Lösung muss her

 Alexander Bögelein
Alexander Bögelein FOTO: LR / MOZ
Keine Frage! Dass im Jahr 2019 Frauen und Männer für gleiche Arbeit unterschiedlich bezahlt werden, ist ein Trauerspiel ebenso wie ein Skandal. Das ändert aber nichts daran, dass der Equal Pay Day in der Form, wie er gestern begangen wurde, irreführend ist. Von Alexander Bögelein

Die Behauptung, dass Frauen generell 20 Prozent weniger verdienen als Männer, wird durch häufiges Wiederholen nicht richtiger. Denn es werden Äpfel mit Birnen verglichen. Bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit beträgt die Gehaltslücke sechs Prozent. Auch das ist zu viel.

Ärgerlich ist: Der Equal Pay Day schürt bei Millionen von Tarifbeschäftigten, Beamtinnen und Mitarbeiterinnen im öffentlichen Dienst das diffuse Gefühl, flächendeckend benachteiligt zu werden – und das, obwohl sie das Gleiche verdienen wie ihre männlichen Kollegen. Vergessen wird: Dort, wo es Unterschiede gibt, stecken oftmals auch private Entscheidungen der Frauen dahinter. Dennoch gibt es strukturelle Defizite: Je höher Frauen aufsteigen, desto größer wird die Lücke.

Der Versuch der Bundesregierung, mit dem Entgelttransparenzgesetz für mehr Gerechtigkeit zu sorgen, ging gründlich schief. Das war bei dieser bürokratischen Kopfgeburt fast zu erwarten. Die Bundesregierung sollte mal nach Island schauen. Dort müssen Firmen mit mehr als 25 Mitarbeitern der Regierung nachweisen, dass beide Geschlechter gleich bezahlt werden. Tun sie das, gibt es ein Siegel. Tun sie es nicht, werden sie bestraft. Oftmals sind einfache Lösungen die besten.

politik@lr-online.de