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| 16:34 Uhr

Kommentar zur möglichen Banken-Fusion
Ein zweifelhafter neuer Gigant?

 Guido Bohsem
Guido Bohsem FOTO: LR
Es gibt Banken, die haben die Finanzkrise gut überstanden und ihr Geschäftsmodell an die neuen Begebenheiten angepasst. Es gibt Banken, die haben sehr schnell aufgeräumt mit den oftmals fragwürdigen Machenschaften ihrer Vorstände und Mitarbeiter.

Und dann gibt es die Commerzbank und die Deutsche Bank.

Während die Commerzbank nach Wegen sucht, wie sie auf dem hart umkämpften europäischen Markt ausreichend Geld verdienen und den digitalen Wandel überstehen kann, kommen bei der Deutschen immer noch Machenschaften ans Tageslicht, die einen an der Kultur des größten deutschen Bankhauses zweifeln lassen.

Schließen sich diese beiden Institute jetzt zusammen, gesellt sich also schwach mit schwächer. Die Hoffnung der auf die Fusion drängenden Bundesregierung ist es offenbar, einen weiteren Niedergang zu verhindern und zumindest eine deutsche Großbank zu etablieren. Ob das gelingt, ist fraglich. Sie geht zudem ein hohes Risiko ein, entstünde doch damit ein neuer Gigant, den sie im Zweifel nicht pleite gehen lassen kann, auch wenn sie es wollte, zumal der Bund ja weiterhin der größte Einzelaktionär der Commerzbank ist. Das neue Bankhaus wäre also im Zweifel „too big to fail“ – etwas, was man nach 2009 niemals wieder geschehen lassen wollte.

⇥politik@lr-online.de