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| 18:38 Uhr

Kommentar Mehr Risiko-Islamisten
Ein bisschen Alarmismus

FOTO: MOZ
Ein Drittel mehr potenzielle islamistische Terroristen als vor einem Jahr – das klingt dramatisch. Mit der Bekanntgabe der neuen Zahl von 2220 Personen schlägt Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen zwei Fliegen mit einer Klappe: Er beweist, dass er die Szene auf dem Schirm hat – und verbucht das als Erfolg. Von Stefan Kegel

 Zur Einordnung muss man wissen: Es ist nicht so, dass sich binnen Jahresfrist plötzlich so viel mehr Muslime radikalisiert haben.

Die deutlich höhere Zahl der gefährlichen Personen geht vor allem auf eine bessere Aufklärung zurück. Die gewaltbereiten Islamisten waren immer da. Man kannte nur nicht alle, oder man schätzte sie falsch ein. Diese offene Flanke ermöglichte dem Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri seine Schreckenstat. Aus diesen Fehlern haben die Sicherheitsbehörden offenkundig gelernt. Mit neuen Auswertungsmethoden, die Personen und ihr Umfeld stärker ins Visier nehmen, rücken Verfassungsschutz, Bundeskriminalamt und die Länderpolizeien potenziellen Terroristen auf den Pelz. Zugleich kann Maaßen damit einen persönlichen Erfolg vorweisen, den er momentan dringend braucht. Denn wegen geheim gehaltener Treffen mit führenden AfD-Politikern ist er  politisch unter Beschuss. Da kann ein bisschen Alarmismus nicht schaden.⇥ politik@lr-online.de