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| 01:10 Uhr

Drohender Gäste-Schwund

A n dieser Besucherzahl wollte sich einfach nichts ändern. Viel mehr als 100 000 Gäste jährlich zieht Snowtropolis nicht nach Senftenberg. Deshalb handelt Skihallenchef Olaf Oertel jetzt nach dem Motto: Kommen die Besucher nicht zur Skihalle, kommt die Skihalle zu den Besuchern.

Er will in Berlin aus seinem Wissen um die Kunstschnee-Produktion mehr Kapital schlagen als er in der Lausitz je könnte. Für den Bau der drittgrößten Skihalle Deutschlands muss er mit seinem Partner aus der Gastronomie zwar erst einmal 50 Millionen Euro investieren. 800 000 Gäste jährlich sollen das Geld ab 2007 aber schnell wieder reintreiben. Die Rechnung könnte aufgehen angesichts von 3,4 Millionen Berlinern, die zum nächsten Hochgebirgshang weit fahren müssen und sich bald vor der Haustür auf Kunstschnee austoben können. Dass die Senftenberger Halle, wie von Oertel behauptet, mit einem anderen Profil vom neu erschlossenen Berliner Besucherstrom etwas abzweigen kann, ist unrealistisch. Warum sollen Skihallen-Fans aus Berlin ab 2007 noch die 160 Kilometer fahren? Viel wahrscheinlicher ist das Gegenteil: Snowtropolis erlebt einen Gästeschwund, weil ihre Noch-Hauptstadt-Klientel den heimischen Kunsthang vorziehen wird.