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Droge ist Droge

Hagen Strauss
Hagen Strauss FOTO: k r o h n f o t o . d e (k r o h n f o t o . d e)
Kommentar. Das Argument, Alkohol und Tabak seien mindestens genauso schädlich wie Cannabis, trifft zwar zu. Das kann aber trotzdem kein Grund sein, das Kiffen freizugeben. Hagen Strauß

In den vergangenen Jahren haben Politik und Gesellschaft mit viel Mühe versucht, den Alkoholmissbrauch zu bekämpfen und das Rauchen deutlich einzudämmen - nachweislich mit Erfolg. Das Qualmen in Kneipen wurde sogar weitgehend verboten. Insofern wäre es eben falsch, wenn man Cannabis mit dem Hinweis auf die beiden anderen Drogen ebenfalls legalisieren würde. Das würde nur heute neue Probleme schaffen, die man dann morgen wieder zurückdrängen muss. Kiffern mag das nicht gefallen, aber da hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung recht.

Die Debatte um die Freigabe von Cannabis wird damit aber nicht beendet sein. Sie ist schließlich ideologisch aufgeladen. 2,3 Millionen Erwachsene konsumieren es laut Erhebungen regelmäßig. 22 Prozent der 15- bis 16-Jährigen haben schon mal gekifft. Cannabis ist hierzulande die am häufigsten konsumierte illegale Droge.

Die Grünen beispielsweise plädieren schon lange für die kontrollierte Freigabe, unlängst legten sie dazu sogar einen eigenen Gesetzentwurf vor, der aber mehr Fragen aufgeworfen als Antworten gegeben hat. Und zur Schmerzlinderung sollen Patienten voraussichtlich 2016 leichter Cannabis erwerben können. Spätestens dann dürfte wieder darüber diskutiert werden, ob Hasch nicht doch grundsätzlich freigegeben werden sollte. Die Argumente dafür wiegen aber die Bedenken nicht auf. Die langfristigen körperlichen und psychischen Schäden eines regelmäßigen Konsums insbesondere für Kinder und Jugendliche lassen sich nicht einfach beiseite schieben. Außerdem ist Cannabis oft der Einstieg in viel härtere Drogen. Daran ändert der Vergleich mit dem überall erhältlichen Alkohol oder mit Tabak nichts. Droge ist Droge.

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