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| 19:30 Uhr

Kommentar zur Bundeswehr-Rekrutierung
Dilemma der Anwerbung

 Stefan Kegel
Stefan Kegel FOTO: MOZ
Schon vor zwei Jahren wurde sie im Weißbuch der Bundeswehr empfohlen: die Anwerbung von Personal aus dem Ausland. In Zeiten knapp werdender Fachleute, etwa im Bereich Cybersicherheit, rückt der Vorschlag von damals nun wieder ins Blickfeld.

Denn die wenigen Experten auf diesem Gebiet gehen oft lieber in die Wirtschaft mit ihren Spitzengehältern. Daher ist die Suche nach Spezialisten aus anderen EU-Ländern naheliegend. Genauso nachvollziehbar ist es, dass diese nicht gewillt sind, ihre besten Leute abzugeben.

Allerdings erscheint dies nur auf den ersten Blick als Dilemma. Denn die Anwerbung ausländischer Fachkräfte innerhalb der EU ist nicht nur gängige Praxis, sondern sogar erwünscht – Stichwort: Arbeitnehmerfreizügigkeit. Auch zahlreiche Armeen in Europa profitieren bereits davon. Sie personell zu verweben bietet Vorteile. Denn die angestrebte gemeinsame EU-Sicherheits- und Verteidigungspolitik sieht ohnehin eine Arbeitsteilung der verschiedenen Armeen vor. Ob ein Bulgare in Sofia oder Berlin Dienst tut, ist für Europas Sicherheit egal. Denn letztlich profitieren alle EU-Länder von einer stabilen Verteidigungsstruktur mit guten Fachleuten, die Gesellschaft und Wirtschaft vor den Krisen dieser Welt schützt.