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| 18:00 Uhr

Post aus Potsdam
Digital 1.0

Von Benjamin Lassiwe
Von Benjamin Lassiwe FOTO: LR
Digitalisierung. So lautet derzeit eines der Zauberworte der Brandenburger Landespolitik. Erst kürzlich stellte das rot-rote Kabinett eine Digitalisierungsstrategie vor – ihr Ziel: Künftig soll der Bürger die meisten Behördengänge digital erledigen können. Anderswo in Deutschland ist man da schon weiter – im hessischen Bad Hersfeld etwa, das sich bundesweit als „Smart City“ vermarktet, gibt es mittlerweile Mülleimer, die über das überall in der Stadt vorhandene kostenfreie Wlan ein Signal geben, wenn sie zu einem bestimmten Prozentsatz gefüllt sind. Denn so muss der Gemeindearbeiter nicht umsonst in sein Auto steigen, wenn er losfahren und die Mülleimer leeren will. Von Benjamin Lassiwe

Und im Potsdamer Landtag? Dort gibt es mittlerweile überall im Haus ein frei verfügbares Wlan. Immerhin. An anderer Stelle ist das Landesparlament freilich noch nicht so weit: Zum Beispiel bei den Spesenabrechnungen der Abgeordneten. Die sind zwar digitalisiert, aber nur in Version 1.0, wie der Prignitzer Landtagsabgeordnete Gordon Hoffmann kürzlich belustigt bemerkte. Die Abgeordneten erhalten nämlich ein Formular, in dem sie ihre Kosten eintragen können, digital per Mail zugesandt. Auch ausfüllen können sie es digital. Doch weil – so erklärte es zumindest ein Sprecher des Landtags kürzlich der RUNDSCHAU – immer noch eine rechtskräftige Unterschrift unter dem Formular erforderlich ist, müssen sie dann das Formular ausdrucken und per Hauspost in die zuständige Fachabteilung schicken.

Da kann man nur froh sein, dass auf die Digitalisierungs-Version 1.0.0 in aller Regel bald die Entwicklungsstufe 1.0.1 folgen wird – auf dass es für die Abgeordneten dann auch andere Möglichkeiten gibt, ein nötiges Formular im Stadtschloss zu verschicken.