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| 19:01 Uhr

KOLUMNE MEINE WIRTSCHAFTSWOCHE
Da laus’ mich doch der Affe

Beate Möschl
Beate Möschl FOTO: Sebastian Schubert / LR
Nu‘ mal keine Panik! Wer sagt denn, dass das Scheitern an guten Vorsätzen wirklich schlecht oder von Nachteil für den Betroffenen ist? Lassen Sie sich bloß nicht irritieren. Das kennt man ja. Vor allem wenn die erste Luft raus ist, das Abweichen von den guten Vorsätzen beginnt und stramm-konsequente Fasten-Freunde schwächelnden  Zeitgenossen Gewissensbisse verschaffen, weil sie so tun, als wären Kopfschmerzen vom Kaffeeverzicht, Magenknurren und Handy-Diät so beglückend wie Ostereiersuchen, die Freundin verführen, im Lotto gewinnen, das neue Auto  vorfahren. . .

Doch wer weiß, wozu es gut ist, wenn es hapert mit guten Vorsätzen. Zum Beispiel dem, vom Auto aufs Rad umzusatteln oder auf die eigenen Füße beim Weg zur Arbeit als einfachste Steigerungsform der Laufbewegung. Auch ich bemühe mich tapfer, mich solchen Zielen anzunähern.

Doch ehrlich, mich plagen Zweifel. Bei jeder Querung von Hauptverkehrsstraßen und Wartezeiten an Fußgänger-Ampeln. Jetzt bloß nicht tief Luft holen und schnell raus aus dem Mief, denke ich, denn der stinkt zum Himmel. Nicht erst seit Dieselgate, so der neudeutsche Begriff für die nicht weniger verharmlosend klingende Umschreibung   „Abgas-Skandal“. Wer jetzt noch fragt, ob und warum die (Versuchs)-Affen verschwunden sind, der heuchelt. Bestenfalls freilich versucht er  Verantwortlichen per Nachahmung den Spiegel vor zu halten. Derweil fördern diverse Institute und Klimaforscher eine längst verstaubt geglaubte Flut von Daten und Mahnungen zur lebensbedrohlichen Wirkung der Schadstoffe in unserer Luft zu Tage. Und prompt fühle ich mich   einmal mehr und längst zum Affen gemacht. Mit nur noch einer Frage: Wie bitteschön kommen wir bei einem möglichen Diesel-Fahrverbot  hierzulande noch an Bananen ran?