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| 16:48 Uhr

Leitartikel Die Union und ihr Verhältnis zur AfD
Kein Wandeldurch Annäherung

Von Hagen Strauß
Von Hagen Strauß FOTO: LR / Redaktion
Der neuerdings von manchem in der Union propagierte Schmusekurs gegenüber der AfD ist gefährlich. Denn die Partei driftet offenkundig immer weiter nach rechts. Und wenn nun ausgerechnet die CDU die letzte Distanz zu Rechtsaußen nicht mehr wahrt, sägt sie am Ast, auf dem sie sitzt.

Dann verschwimmen die Grenzen weiter. Das wiederum wird die AfD nur stärken. Alexander Gauland weiß das. Deswegen nimmt der AfD-Fraktionschef im Bundestag jetzt den Ball liebend gern auf.

Der Union muss klar sein: Es kann ernsthaft keine sinnvolle und erfolgreiche Reaktion sein, diejenigen zu hofieren, die man politisch bekämpfen muss.

Bemerkenswert ist, dass die verbale Annäherung an die AfD ausgerechnet aus Sachsen kommt, vom neuen CDU-Fraktionsvorsitzenden dort. Laut Umfragen stehen die Christdemokraten im Freistaat erheblich unter Druck. Es ist gut möglich, dass die AfD die regierende CDU bei der Landtagswahl im kommenden Jahr überholt.

So dumm sind die Wähler dann aber auch nicht. Sie wissen, dass die Anbiederung nur dem eigenen Machterhalt geschuldet ist.  Also werden sie ihr Kreuzchen lieber beim Original machen. Das heißt AfD.

Sachsen hat überdies nicht erst seit den Vorfällen in Chemnitz ein massives Imageproblem. Und erneut ist es die Union, die es sich im Umgang mit den Rechten im Land einfach machen will. Kein guter Zug.

Dass führende Unionspolitiker einer wie auch immer gearteten Zusammenarbeit mit der AfD nun eine klare Absage erteilt haben, ist richtig und dringend notwendig. Daran muss man sie auch wieder erinnern, falls die Nervosität angesichts sinkender Umfragen im Bund womöglich größer wird.

Mit dieser Perspektive spielt auch Gauland. Wohlwissend, dass in seiner Partei viele von Regierungsverantwortung nichts halten, sondern sich als Fundamentalopposition verstehen. Ein Selbstläufer wäre also eine Kooperation mit der Union  auch von Seiten der Rechtspopulisten nicht.

Jedenfalls gilt:  Wandel durch Annäherung an die AfD funktioniert nicht. Das hat zuletzt sogar die CSU in Bayern eingesehen. Ministerpräsident Markus Söder grenzt sich mittlerweile viel stärker ab, setzt endlich mehr auf Angriff. Ob das freilich auf den letzten Metern bis zu Landtagswahl noch etwas bringt, steht auf einem anderen Blatt.

⇥politik@lr-online.de