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| 18:31 Uhr

Leitartikel Haftstrafe gegen Manafort
Die Sensation besteht höchstens in der Gnade

 Peter DeThier
Peter DeThier FOTO: LR / MOZ
Nachdem US-Präsident Donald Trump den früheren FBI-Direktor James Comey entließ, Trumps Twitter-Tiraden außer Kontrolle gerieten und sich das Personalkarussell im Weißen Haus immer schneller drehte, äußerten politische Experten eine Sorge.

Sie warnten davor, dass die skurrilen Abläufe rund um den Präsidenten die neue Norm sein würden.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und nach etwas mehr als zwei Jahren haben sich diese Befürchtungen bewahrheitet. Lügen gehören zur Tagesordnung. Führende Berater des Präsidenten sitzen hinter Gittern. So gesehen verwundert es kaum, dass die Wähler nur mit den Schultern zucken, wenn ein Mann wie Paul Manafort, der Bankenbetrug und Steuerhinterziehung begangen hat und im Dienst pro-russischer Kräfte handelte, verurteilt wird.

Die Sensation besteht höchstens in der Gnade, die der Richter bei Manafort walten ließ. Gefordert hatte Mueller für den Betrüger, der selbst dann weiterlog, nachdem er überführt worden war und angeblich kooperieren wollte, bis zu 24 Jahre im Knast. Es handelt sich für Mueller um einen Rückschlag, der zugleich große Signalwirkung haben könnte, wenn er weitere Akteure aus dem Umkreis des Präsidenten anklagen sollte.

politik@lr-online.de