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| 19:26 Uhr

Kommentar zu Besteuerung von Auslandskonten
Die Mitarbeiter fehlen

 Dieter Keller
Dieter Keller FOTO: MOZ
Was lange währt – ob es bei der Besteuerung von Zinsen auf Auslandskonten wirklich gut wird, muss erst noch die Praxis zeigen. Erst dauerte es sehr lange, bis sich die wichtigsten Staaten auf den Austausch der nötigen Bankdaten geeinigt hatten.

Manche wie die Schweiz machten nur nach massivem Druck mit. Dann brauchte die Steuerverwaltung lange, bis sie eine Software entwickelt hatte, um die Millionen von Daten überhaupt auswerten zu können, die seit einigen Jahren aus vielen Staaten beim Bundeszentralamt für Steuern landen.

Jetzt geht es endlich los, und der brave Steuerzahler freut sich, dass auch denjenigen das Ertappen droht, die ihrer Bürgerpflicht nicht nachkommen, Steuern zu zahlen. Was ein Sport von erstaunlich vielen ist. Das haben vor einigen Jahren die vielen Selbstanzeigen gezeigt, als durch die Steuer-CDs so mancher drohte erwischt und bestraft zu werden. Da ging es im Schnitt um Summen von wenigen Zehntausend Euro, bei denen man sich fragte, ob sie das jahrelange Zittern vor der Steuerfahndung wert waren.

Ob jetzt allerdings die Finanzämter in der Lage sind, die Steuersünder aufzuspüren, muss sich erst noch erweisen. Denn eigentlich fehlen ihnen dazu die Mitarbeiter. Nur eine Software und ein Knopfdruck allein reichen nicht aus. Ein Erfolg wäre gut für das Gefühl der Bürger, dass es gerecht zugeht. ⇥politik@lr-online.de