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| 19:29 Uhr

Am Rande
Fahren war gestern, heute wird getreten

 Jan Siegel
Jan Siegel FOTO: LR / Sebastian Schubert
Ich gehöre wahrlich nicht zu denen, die Menschen mit Visionen zwingend für behandlungsbedürftig halten. Wer nicht auch mal vermeintlich ein bisschen spinnt, kann langfristig nichts voranbringen. Von Jan Siegel

Hätten immer alle Generationen das nur weiter getan, was ihre Vorväter taten, würden wir noch heute in Höhlen sitzen und das Feuer schüren. Wer aber ernsthaft glaubt, dass sich die Verkehrsprobleme der Zukunft zuallererst mit Tretrollern, Flugtaxis und selbstfahrenden Autos lösen lassen, braucht vielleicht trotzdem me­di­zin­fach­liche Beratung. Aktuell sind wir in Deutschland offensichtlich nicht mal in der Lage, innerhalb eines Menschenlebens eine 30 Kilometer lange Eisenbahnschiene von Cottbus nach Lübbenau zu verlegen, geschweige denn einen unbrennbaren Flughafen zu bauen.

Die Anbindung der Lausitz lässt sich nur sehr eingeschränkt durch das virtuose Zusammenspiel von Flugtaxis und Tretrollern bewerkstelligen. Okay, vielleicht sollen wir die alten Technologien hier einfach überspringen. Aber bedenke: Die Letzten, die überholen wollten ohne einzuholen, haben diesen visionären Überholvorgang historisch nicht überlebt.

jan.siegel@lr-online.de