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| 19:23 Uhr

leitartikel AfD und Spendensumpf
Die Goldesel der AfD

 André Bochow
André Bochow FOTO: MOZ
Die erste Überschrift, die auf der AfD-Internetseite erscheint, lautet: „Es geht um uns“. Und ganz offensichtlich muss man das wörtlich nehmen. Eine Spendenaffäre reiht sich an die nächste. Verstrickt sind Spitzenfunktionäre.

Jetzt drohen 400 000 Euro Strafzahlungen, weil Parteichef Jörg Meuthen im baden-württembergischen Wahlkampf von einer Schweizer Firma verdeckte Wahlkampfhilfe bekommen haben soll. Solche Zuwendungen aus Nicht-EU-Staaten sind verboten. Das weiß jeder in der Politik.

Nur die AfD meint, Anfängerfehler für sich geltend machen zu können. Meuthen hat als Professor Volkswirtschaft gelehrt. Da sollte das bisschen Parteienrecht keine Überforderung darstellen.

Wie überhaupt die gern die Nation belehrenden Funktionäre der AfD unter einem merkwürdigen Mangel an Kenntnissen, unter Gedächtnisschwund oder an buchhalterischer Orientierungslosigkeit leiden, wenn es um Spenden für ihre Partei geht. Ausgeglichen wurde das in der Vergangenheit durch Kreativität bei der Geldbeschaffung. Erinnert sei an die AfD-Goldverkäufe.

Ganz grundsätzlich kann man feststellen: Der AfD ist es recht egal, woher ihr Geld kommt. Hauptsache, es ist welches da.

Dazu passen die wechselnden Argumente. Mal will man unschuldig sein, mal unbedarft. Wahrscheinlicher ist: Die AfD versucht in Geldsachen clever zu sein und verzockt sich immer mal wieder. Für solche Fälle hat das deutsche Parteiengesetz Regeln. Und auch wenn es der AfD nicht gefällt, die Regeln gelten für sie wie für alle anderen.

⇥politik@lr-online.de