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| 21:30 Uhr

Kommentar
Fakten sprechenfür den Wolf

Kathleen Weser
Kathleen Weser FOTO: Steffen Rasche
Betreten für Wölfe verboten. Städte und Gemeinden erklären ihre Territorien zu wolfsfreien Zonen. Doch das dürfte kaum funktionieren. Die Art des Protestes gegen die Raubtiere, die sich Wildbiologen zufolge geradezu akurat nach dem Naturlehrbuch vermehren und auch in der Lausitz noch Platz zur Familiengründung haben, ist zwar menschlich. Von Kathleen Weser

Aber die Natur lässt sich am wenigsten mit der Flinte ins Gleichgewicht bringen. Selbst die schnöde Kosten-Nutzen-Rechnung spricht für den Wolf in der Kulturlandschaft: Sechs Millionen Euro gibt das Land Brandenburg jährlich für Zäune aus, die gegen den Wildverbiss durch Rehwild aufgestellt werden müssen, damit junger Wald wachsen kann. Längst sind die Spareffekte des Jägers Wolf in den Lausitzer Wäldern spürbar. Das bestätigen Waldbesitzer. Mit etwa 100 000 Euro sind Weidetierhalter nach erwiesenen Wolfsrissen im vergangenen Jahr entschädigt worden. Dass das jetzt deutlich unbürokratischer erfolgen soll, ist richtig - und auch ein Ergebnis des Bauernprotestes. Die Fakten aber sprechen trotz schmerzlicher Verluste an Nutztieren für den Wolf.