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| 21:28 Uhr

Kommentar Digitalisierung in der Medizin
Zuerst geht es um Menschen

Jan Siegel
Jan Siegel FOTO: LR / Sebastian Schubert
Dass Digitalisierung das Leben leichter machen kann, ist nur die halbe Wahrheit. Wer heute mit immer komplexer werdenden Computeranwendungen arbeitet, merkt auch, welches Spezialwissen notwendig wird, um die Segnungen der Technik nutzen zu können.

Wenn es dabei auch noch um digitale Medizin im ländlichen Raum geht, werden deshalb nicht nur geniale Programmierer gebraucht, sondern vor allem Kommunikationswissenschaftler. Die müssen es schaffen, hochkomplexe Programme hinter leicht verständlichen Bedienoberflächen zu „verstecken“. Laien müssen sie auch bei nachlassender Fingerfertigkeit und Sehkraft beherrschen. Die Patienten von heute sind längst noch nicht mit Tablet-Computern und Smartphones aufgewachsen.

Ehe die Digitalsprechstunde beim Landarzt in der Lausitzer Provinz wirklich funktioniert, wird es deshalb ganz sicher noch dauern. Trotzdem ist es richtig, das Thema anzugehen. Dabei müssen aber Technikfetischisten immer daran denken, dass es nicht nur um Effizienz geht, sondern um Menschen.