ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:59 Uhr

Pro Spitzenforschung in der Provinz
Die Chancen von Forschung und Innovation

 Mathias Puddig
Mathias Puddig FOTO: MOZ
Jetzt haben wir es also noch einmal schwarz auf weiß: Es gibt ganze Regionen in Deutschland, die sind frei von Exzellenz. Weit und breit findet sich im Nordosten keine Exzellenz-Universität, auch Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein sind in dieser Frage abgehängt. Und es ist sogar noch schlimmer.

Schon jetzt sind ganze Landstriche so gut wie entakademisiert. Das schlägt sich auf andere Bereiche durch. Wo keine Innovationen entstehen, wandern die gut Ausgebildeten ab. Die, die bleiben, verdienen oft weniger oder sind gleich arbeitslos. Ein Teufelskreis wird losgetreten: Der gesellschaftliche Zusammenhalt erodiert, früher oder später zerreißt es das Land.

Natürlich kann Forschungsförderung allein das nicht alles wieder gutmachen. Und es ist auch richtig, dass Teile der Förderung in die Spitze gehen müssen und nicht in die Breite. Die Exzellenzuniversitäten gehören natürlich in die Spitze. Sie sollen weltweit ausstrahlen. Zugleich aber kann Forschungsförderung Teil eines Bündels von Maßnahmen sein, um regionale Schieflagen abzumildern. Sie kann helfen, bestehende Industrien fit zu machen für die Zukunft, und sie kann sogar den Keim für neue Industrien legen. Dass das funktioniert, ist in den neuen Ländern ja zu sehen: Hochschulstädte wie Greifswald, Eberswalde und vor allem Jena prosperieren, während vergleichbar große Städte ohne Innovations- und Forschungsstandorte abgehängt werden.

Die Alternative wäre, es einfach hinzunehmen, dass sich komplette Regionen entkoppeln – das darf politisch nicht hingenommen werden. Forschung und Innovation bieten hingegen riesige Chancen. Es wäre unverantwortlich, gerade schwächere Regionen davon auszuschließen.