ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 20:10 Uhr

Kommentar
Die Auferstehung einer Totgesagten

Christian Taubert
Christian Taubert FOTO: LR / Sebastian Schubert
Es ist keineswegs übertrieben: Die fünf Jahre junge Geschichte der neuen BTU gleicht der Auferstehung einer Totgesagten. Nahezu alle Untergangsszenarien bis hin zum Aderlass an Uni-Professoren sind nicht eingetreten.

Und das, wo die Fusion von Fachhochschule (Senftenberg) und Universität (Cottbus) durch Studierende, große Teile des Lehrkörpers und Oppositionspolitiker aus Prinzip verteufelt wurde. Dass Rot-Rot in Potsdam mit der damaligen Ministerin Sabine Kunst der Lausitzer Wissenschaftslandschaft eine sichere Perspektive geben wollte – davon wollte niemand etwas wissen. Dafür lagen die Nerven viel zu blank.

Doch nach fünf Jahren sollte unter das Fusionskapitel endlich ein Schlussstrich gezogen werden. Das fällt vor dem Hintergrund einer sich stabilisierenden Hochschule zweifellos leichter als in der Zeit der Ungewissheit. Heute ist anzuerkennen, dass der BTU Cottbus-Senftenberg in nur wenigen Jahren gelungen ist, wozu sie in Jahrzehnten zuvor nicht in der Lage war. Zugegeben, es gibt noch immer kein so sehnlichst herbeigesehntes außeruniversitäres Institut. Doch die Voraussetzungen werden aufgrund von etablierter Spitzenforschung immer besser.

Ohne Neustart vor fünf Jahren hätte das nicht funktioniert. Denn die fusionierte BTU hat mit Professor Jörg Steinbach einen Präsidenten bekommen, der von Anfang an für dieses Projekt gebrannt hat. Der die neue Uni ohne Umwege auf Kurs gebracht und sich als Glücksfall für den Neuanfang in Cottbus und Senftenberg erwiesen hat. Steinbach verweist immer auf sein Team. Doch zum Jubiläum kann er sich zuerst ans Revers heften, für die Auferstehung einer Totgesagten gesorgt zu haben.