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| 18:39 Uhr

Der Wolf geht ins Kabinett
Wolfsblut

 André Bochow
André Bochow FOTO: MOZ
Es stimmt schon, die größten Freunde hat Isegrim dort, wo er vermutlich nie hinkommt. In den Cafés und Bars, in denen sich städtische Umweltfreunde versammeln. Diese Salon-Ökos müssen nicht den Anblick aufgerissener Schafsbäuche ertragen.

Aber bei allen Schäden, die Schäfer und andere Weidetierhalter ertragen müssen, der Wolf ist nach wie vor selten, seine Population ist gefährdet, wenn man sie nicht schützt.

Es wäre nicht zu verantworten, ihn wieder auszurotten. Genau das aber könnte geschehen, wenn man allen Wünschen von Landwirten, Jägern und Politikern von AfD und FDP nachgeben würde. Die Freunde der Wolfsjagd arbeiten bei ihren Forderungen häufig mit faktenfreien Argumenten. 

Die Deutschen sind schnell empört, wenn anderswo Elefanten, Nashörner oder Wale von Menschen getötet werden. Zu Recht. Aber der Artenschutz gilt eben auch bei uns. Ihn anzutasten, macht Deutschland im weltweiten Kampf um die Erhaltung der vielen bedrohten Arten zum unglaubwürdigen Partner. Insofern könnte das neue Wolfsgesetz der Bundesregierung helfen, die Glaubwürdigkeit zu bewahren. Und darüber hinaus: Der Mensch bedroht den Wolf schon jetzt. Die meisten getöteten Wölfe werden schlicht überfahren. ⇥politik@lr-online.de