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| 19:29 Uhr

Post aus Potsdam
Der MP und die mobile Kneipe

Von Benjamin Lassiwe
Von Benjamin Lassiwe FOTO: LR / Redaktion
Es war ein heißes Thema in der Sondersitzung des Gesundheitsausschusses am Donnerstag. Wie lange soll Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) noch im Saal bleiben? Von Benjamin Lassiwe

Wäre es nach der Ausschussvorsitzenden Sylvia Lehmann (SPD) und dem Regierungslager gegangen, hätte sich der Ministerpräsident schon nach einer Stunde verabschieden können. Denn Woidke habe noch andere wichtige Termine, hieß es im Landtagsausschuss. Doch die CDU setzte durch, dass der MP bis zur Mittagspause blieb.

Doch was waren das eigentlich für wichtige Termine, die beinahe verhindert hätten, dass sich Woidke mit der Aufarbeitung eines der schwersten Skandale der Legislaturperiode im Gesundheitsausschuss befasst hätte?

Die Antwort lieferte am Abend Erik Stohn (SPD), der Generalsekretär der SPD: Im sozialen Netzwerk Facebook postete er, dass der Chef der Staatskanzlei, Martin Gorholt, Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) und der Bürgermeister von Jüterbog, Arne Raue (parteilos), einen Termin bei der dortigen Freiwilligen Feuerwehr hatten: Weil sich die Wehr bei so vielen Waldbränden engagiert habe, erhielt sie als Dankeschön einen Kühlanhänger für Getränke. Und Stohn und ein örtlicher Baumarktbesitzer spendeten zusätzlich noch ein paar Bierzeltgarnituren.

Denn natürlich, ein Waldbrand ist anstrengend und kräftezehrend für die Helden in Blau. Da ist so ein Verpflegungsanhänger ein sinnvolles und wichtiges Geschenk. Aber es spricht auch für Woidke und die das beharrlich einfordernde Opposition, dass der Ministerpräsident des Landes Brandenburg am Donnerstag länger im Sonderausschuss blieb – statt in Jüterbog an der Einweihung einer, nun ja, mobilen Kneipe teilzunehmen. Denn manchmal muss man im Leben eben auch Prioritäten setzen.