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Der Kolumbus des Kosmos

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Ein historischer Raumflug hat den Russen Juri Gagarin weltberühmt gemacht. Am Sonntag wäre der erste Mensch im All 80 Jahre alt geworden. dpa/rdh

Er starb kurz nach seinem Flug. Um die Ursache seines Unfalltodes ranken sich Gerüchte.

Mit einer Schubkraft von rund 20 Millionen PS startet am 12. April 1961 eine Rakete ins All - erstmals mit einem Menschen an Bord. In der "Wostok"-Kapsel kauert Gagarin, Sohn einer Bäuerin und eines Tischlers. In etwas mehr als 100 Minuten umrundet er die Erde, bevor er beim Landeanflug mit dem Fallschirm abspringt. Der Flug macht den sozialistischen Vorzeigehelden mit dem jungenhaften Lächeln unsterblich. Er erweist sich für die Staatspropaganda als Glücksgriff. "Ich kann zwar um die Erde fliegen, aber mit dem Besteck kenne ich mich nicht aus", sagt er beim Empfang der Queen. Das Ausland ist entzückt von so viel Spontanität. Als "Kolumbus des Kosmos" wird Gagarin bezeichnet.

1951, zehn Jahre vor Beginn des Zeitalters der bemannten Raumfahrt, absolviert der am 9. März 1934 im Dorf Kluschino rund 180 Kilometer westlich von Moskau geborene Mann eine Ausbildung zum Gießer. 1955 muss er zur Armee. Fünf Jahre später ist der Kampfjetflieger ein idealer Kandidat für das ehrgeizige Raumfahrtprogramm des Landes. Die Belastungstests verlangen ihm alles ab.

Gagarin reist nach seinem historischen Flug als "Botschafter des Friedens" um die Welt. Doch zu Hause kursieren Berichte über Alkohol-Exzesse und Frauengeschichten des Familienvaters. Mitten in dieser Phase stirbt Gagarin: Am 27. März 1968 stürzt der Mann beim Test eines Jagdflugzeugs bei Moskau ab. Pilotenfehler, technische Panne oder Sabotage? Um die Ursache ranken sich noch immer Gerüchte. Gagarins Urne wird bei einem Staatsbegräbnis in der Kremlmauer beigesetzt.

Auf dem Mond trägt heute ein 265 Kilometer langer Krater seinen Namen, auf der Erde ziert sein Konterfei T-Shirts und Tassen. Ein Geschäft, bei dem Gagarins jüngste Tochter Galina in Russland mitkassiert. Die Wirtschaftswissenschaftlerin ließ beim Patentamt in Moskau den Namen ihres Vaters als Handelsmarke schützen.